Jardin Moringa Abéné

Jardin Moringa
Abéné im Februar 2024

Immer wieder habe ich an dieser Stelle von dem  senegalesischen Gartenprojekt , welches  gartenwelten seit 2019 begleitet und auch finanziell unterstützt, berichtet. Der "Jardin Moringa" ist ein Garten nach den Kriterien der Permakultur und gehört zu einer Schule, die von dänischen Freiwilligen aufgebaut wurde. Ziel des Gartens ist es, möglichst viele Menschen für ökologische Fragen zu sensibilisieren, Arbeitsplätze zu schaffen und auszubilden.
Wie kommt der Garten zu seinem Namen?
Moringa ist der sogenannte Meerettichbaum, der wahrscheinlich heilkräftigste Baum Westafrikas. Er wächst völlig unkompliziert und kann regelmäßig beerntet, gegessen und weiterverarbeitet werden. Der regionale Name ist Nebeday- Never die.

Im Jardin Moringa ist alles soweit fertig gestellt, die Mauern sind gebaut, der Brunnen funktioniert und die Solarpanele erledigen ihren Job und beliefern die Wasserpumpe mit Strom, um die Beete in der Trockenzeit zu bewässern. Einzige Einschränkung: Die auf dem Wasserturm unerreichbar fürs Putzen montierten Panele sind  vom staubigen Wind so verschmutzt, dass regelmäßig das Wasser von Hand aus dem Brunnen geschöpft werden muss, da nicht genug Strom für die Pumpe produziert wird. Nun ja, die Regenzeit ab Juli wird das regeln.
Ich hatte die Gelegenheit, zusammen mit dem Verwalter des Grundstücks und dem Gärtner eine 4 tägige internationale Fortbildung zum Thema Permafoodforest zu besuchen.

Wir haben das Glück, dass in den letzten Jahren  in Kabadio,  20 km von uns entfernt, ein mehrere  Hektar großer PermaFoodForest entstanden ist. Fachleute um die Ecke zu haben ist großartig. Die Permakultur und ihre Weiterentwicklung zum PermaFooodforest liefert eine Alternative zur konventionellen  Landwirtschaft, die  nicht erst seit den Schwierigkeiten durch den Klimawandel  mit dem Rücken zur Wand steht. In Westafrika heißt dies, Brandrodung vermeiden, dafür alternativ die Bäume auf den Flächen zu erhalten und zu schützen, neue Bäume pflanzen  und in deren Schatten Landwirtschaft zu betreiben. Humus entwickelt sich in Hügelbeeten, die in Schichten aus Ästen, Blättern und Gras- und Kräuterschnitt aufgebaut werden. Diese Hügelbeete werden klugerweise kurz vor der Regenzeit angelegt, dann muss nicht mehr gegossen werden und der Prozess der Bodenbildung setzt direkt ein. Danach sind humusreiche Beete entstanden, die direkt bepflanzt werden können. So kann auf jedem noch so armen Boden Humus entstehen.
Bei der Bepflanzung setzt man auf verschiedene Ebenen, überallem schweben die Bäume, sie schützen gegen die Sonne, halten das Wasser im Boden und bremsen die Winderosion. Unter den Bäumen sehen wir die Strauchschicht, z.B. eine Straucherbse, die geerntet und gegessen werden kann und gleichzeitig den Stickstoff im Boden ansammelt. Unter diesen Ebenen wachsen die Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs. Süßkartoffeln, Salate, Kohl, Zwiebeln oder Tomaten. In dieser Schicht werden auch Setzlinge von Bäumen und Sträuchern vorgezogen, bis diese dann auch wieder verpflanzt werden können.
Wichtig bei diesem Aufbau ist, dass kein Boden unbedeckt bleibt. Im Sinne der Permakultur unterstützen wir den Kreislauf der Humusbildung damit, dass keine Biomasse mehr abgefahren oder verbrannt wird. Alles wird als Mulch in die Beete gepackt und die Bodenbildung beginnt aufs neue.
Das Pflanzendesign berücksichtigt, möglichst divers zu pflanzen, also keine Monokulturen. Das verhindert das Ausbreiten von Schädlingen und Krankheiten. Die Pflanzen werden so zusammen gepflanzt, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Ist zum Beispiel eine Pflanze gut darin, den Boden schnell zu bedecken, kommt das der nächsten zugute, die womöglich kümmert, wenn ihr die Sonne auf den Wurzelhals scheint.
PermaFoodForest-Systeme sind auch im Hinblick auf eine Brennholzgewinnung wichtig. Die Bäume in diesen Systemen werden regelmäßig beschnitten, denn sonst gibt es in den unteren Etagen der Beete zu wenig Licht für das Wachstum von Gemüse.
Natürliche Waldflächen können geschont werden, Tropenhölzer geschützt, da ein PermaFoodForest Holz für den täglichen Bedarf in westafrikanischen Küchen liefert.

Wer jetzt denkt, das ist ja nur etwas für Afrika, irrt.
Die Basis dieser international vernetzten Umweltaktivisten aus Kabadio  ist Berlin, wo sie in einem großen PermaFoodforest auch in Deutschland an einer Blaupause für zukunftsfähige Landwirtschaft und Gartenbau forschen. Die klimatischen Bedingungen unterscheiden sich je nach Standort in der Welt, trotzdem werden die Erfahrungen ausgetauscht, ausgewertet und alle profitieren von den gewonnenen Erfahrungen.

Lesen Sie gerne einmal rein:
https://www.permafoodforest.com

Nach der Fortbildung, erhielten  wir eine Teilnahmebestätigung, die uns befähigt, nun selber auszubilden. Schon jetzt erreichen die Gärtner aus dem Jardin Moringa Anfragen, andere Grundstücke nach Permakultur- Kriterien zu gestalten.
Es  freut mich natürlich sehr, wenn direkt bezahlte Arbeit aus so einem Workshop entsteht.

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Die Vorhaben im Jardin Moringa ab 2024:

  • Der Garten ist Ausbildungsstätte für junge Gärtner und Gärtnerinnen., Überall im Senegal wächst der Bedarf an Gartenpersonal vor allem in den großen Städten. Zusätzlich soll die Idee des biologischen wirtschaftens im Sinne des PermaFoodForest- Gedankens vermittelt und vorangetrieben werden.
  • Fluchtursachen bekämpfen durch Bildung und Arbeit
  • Transformation, also die Verarbeitung von Moringablättern zu Saft, Ölen und Seifen direkt vor Ort in der Regenzeit. Dafür stehen 2 junge, gut ausgebildete Frauen in den Startlöchern. Sie sind zwar gut ausgebildet sind, haben aber keinen Zugang zu einer eigenen Infrastruktur .
  • Colonie des vacances in den langen Schulferien während der Regenzeit. Kinder werden in Schule und Garten betreut und mit ökologischen Themen vertraut gemacht.
  • noch etwas Zukunftsmusik: grünes Klassenzimmer, eine Kooperation mit der örtlichen Grundschule

Wenn auch Sie Lust darauf haben  daran mitzuwirken, dass bezahlte Arbeitsplätze im Rahmen des Garten- und Bildungsprojektes "Jardin Moringa" in der Casamance abgesichert werden, freue ich mich,  wenn Sie unser Gartenbildungsprojekt unterstützen möchten.
Was braucht der Jardin Moringa?

Finanzierungsbedarf Garten:

  • Schaffung von Arbeitsplätzen, und hiermit im weiteren Sinnen Fluchtursachenvermeidung
  • Löhne Für Gärtner, Verwaltung und Gardien, das ist derjenige, der nachts aufpasst, damit nichts wegkommt.
  • Rücklagen für den Ersatz an Materialien, die wir schon finanziert haben
  • Wasserpumpe, Solarpanel, Werkzeug,..
  • Materialien für die Bildungsarbeit während der Colonie de vacances und dem grünen Klassenzimmer.

Rufen Sie mich gerne an: 07071-369628

Hier können Sie noch zur Geschichte des Gartens nachlesen.
gartenwelten.info/blog/heilgarten-im-senegal
gartenwelten.info/blog/reise-den-urlaubsgarten-im-senegal
gartenwelten.info/blog/11-wochen-unterstuetzung-im- senegal

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